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Netzneutralität sollte uns alle interessieren

287802_web_R_K_B_by_Klicker_pixelio.deDer Begriff Netzneutralität taucht seit einigen Jahren immer wieder in den Medien auf, wenn es um Themen rund um das Internet geht. Ich möchte hier kurz erklären, was es damit genau auf sich hat und warum der Begriff – meiner Meinung nach – von großer Bedeutung ist.

Netzneutralität beschreibt den Zustand, dass im Internet alle Daten gleich behandelt werden sollten. Egal von welcher Quelle oder was für Daten (etwa VOIP oder P2P) es sich dabei handelt.

Die Befürworter argumentieren, dass damit sichergestellt werden soll, dass jeder den gleichen Zugang zum Internet hat und nicht bestimmte Dienste einen ungerechten Vorteil erhalten. Sie sehen auch die Gefahr, dass Internet-Service-Provider (ISPs) ein Zwei-Klassen Internet aufbauen wollen, in dem nur diejenigen, die mehr zahlen, auch Zugang zu allen Inhalten bekommen.

Die Gegner führen dagegen an, dass solche Pläne nicht vorliegen und dass ein Abbau der Netzneutralität gut für den Wettbewerb sei. Zusätzlich soll dies bei dem Problem der immer weiter steigenden Nachfrage nach Bandbreite helfen und den ISPs den teuren Netzausbau ersparen.

Fakt ist aber, dass es bereits 2007 einen Fall gab, der genau dem entspricht, was die Befürworter der Netzneutralität vorausgesagt haben. Comcast, der größte Anbieter von Kabelfernsehen und Internetanschlüssen in den USA, hatte den Datenverkehr von P2P Netzwerken (etwa Bittorent) stark ausgebremst, mit der Begründung das dies gewährleisten sollte, dass keine Kunden ausgebremst wurden.

Es ist also fraglich, ob sich die großen ISPs wirklich an ihr Versprechen halten werden und keine Drosselung bestimmter Inhalte vornehmen. Technisch würde dies kein Problem für sie darstellen und könnte ihnen neue Einnahmequellen bringen. Seit langem sehen sie auf die massiven Gewinne die Google und Co. über ihre Infrastruktur erwirtschaften und von denen sie dann nichts abbekommen. Warum also nicht die Firmen, deren Kunden besonders viel Bandbreite in Anspruch nehmen, zur Kasse zu bitten? Frei nach dem Motto: „Schöne Webseite haben Sie da. Wäre doch zu schade wenn sie keiner mehr erreichen könnte...“

Meiner Ansicht nach sollten ISPs ihre Energie und Gewinne lieber in den Netzausbau investieren, um der immer weiter steigenden Nachfrage nach mehr Bandbreite gewachsen zu sein, statt mit solchen Maßnahmen ihre Gewinne zu verbessern. Inwieweit die Endkunden von diesen Entwicklungen in Mitleidenschaft gezogen werden, ist allerdings noch nicht ganz absehbar. Es könnte für bessere Geschwindigkeiten sorgen, oder für mehr Kosten, wenn man das "ganze" Internet ansurfen will. Es bleibt spannend.

Bild: © Klicker / www.pixelio.de

 

 

 

 

Themen: Onlinemarketing