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Das Social Media Monitoring-Tool Brandwatch im Test

Geschrieben von Carsten Lange | 22.11.2013

Wir alle kennen das: Manchmal würde man gerne wissen, was die anderen über einen denken. Für Unternehmen, die heute im Social Web aktiv sind, ist es von essentieller Wichtigkeit, Antworten auf genau diese Frage zu erhalten. Es gilt, Einblicke in Echtzeit zu gewinnen, Fans und Wettbewerber zu identifizieren und selbst aktiv in den Dialog mit Fans und Followern einzutreten. Das Problem dabei ist: Wie kann ich aus der schier unendlichen Zahl von Posts, Tweets, Blogs, Foren und News die relevanten Treffer herausfiltern? Wie kann ich herausfinden, wie über mich und meine Marke gesprochen wird?

Dieser Artikel ist nicht mehr aktuell. Haben Sie Interesse an Themen wie Digitalisierung, Website Building und Inbound Marketing? Dann schauen Sie sich doch mal in unserem Inbound Marketing Blog um. Hier erhalten Sie wöchentlich neue Informationen und interessante Insights rund um Online Marketing, digitale Konzepte und passende Weblösungen.

 

Hierzu bedarf es einer qualifizierten Auswertung durch ein Social Media Monitoring-Tool. In den letzten Tagen hatten wir die Möglichkeit, das Tool Brandwatch zu testen - eines der profiliertesten Monitoring-Tools am Markt. In diesem Blogartikel möchten wir Ihnen zeigen, was Brandwatch alles leistet und welche Eindrücke wir gewonnen haben.

Was ist Brandwatch?

Das Monitoring-Tool Brandwatch ist im deutschsprachigen Raum seit 2011 am Markt und dient der Erfassung, Bereinigung, Analyse und Präsentation von Daten aus dem Netz. Sogenannte "Crawler" durchsuchen dabei über 50 Millionen Quellen (darunter Foren, Blogs und soziale Netzwerke), um die relevanten Treffer herauszufiltern. Brandwatch ist in der Lage, Gespräche in 25 Sprachen zu identifizieren und entsprechend auszuwerten. Damit liegt die Quellenabdeckung auf einem hohen Niveau - neue Quellen und Sprachen werden in Zukunft das Spektrum erweitern.

Von der Datenerfassung zur Präsentation

Bevor Brandwatch mit der Datenerfassung beginnen kann, muss zunächst eine Suchanfrage (Query) angelegt werden. Diese Query kann mithilfe von "Boolean Search Strings" so differenziert und verfeinert werden, dass von vornherein möglichst viele irrelevante Treffer ausgeschlossen werden. Selbstverständlich kann so eine Query jederzeit geändert und angepasst werden. Ist die Query angelegt, beginnt Brandwatch damit, nach relevanten Treffern zu suchen. Wichtig ist hier vor allem das Thema Datenbereinigung. Der Nutzer möchte schließlich so wenig Spam, Werbung oder doppelte Treffer wie möglich in seinen Ergebnissen finden.

Nun beginnt der interessante Teil des Monitorings mit Brandwatch: die Auswertung und Präsentation. Hier hat der Nutzer eine schier unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten, seine Daten zu analysieren. Neben der Sprache werden Datum und Uhrzeit sowie der Standort einer Quelle erfasst. Gesprächsthemen, die eine Diskussion beherrschen, werden farblich hervorgehoben. Darüber hinaus ist eine Sentimentanalyse integriert, die einen Überblick über positive bzw. negative Erwähnungen liefert. Da es erfahrungsgemäß sehr schwierig ist, positive von weniger positiven oder gar negativen Äußerungen im Netz zu unterscheiden, geht Brandwatch sehr behutsam mit der Sentimentanalyse um. In unserem Test ordnete Brandwatch zwar nur wenige Treffer zu, die Auswertung nach Sentiment (positiv/negativ) war aber stets korrekt.

Datenpräsentation und Dashboards

Alle Daten werden bei Brandwatch in sogenannten Dashboards präsentiert. Dashboards können entweder aus einer Vorlage erstellt oder ganz individuell - je nach Bedürfnis - vom Nutzer angepasst werden. Die Präsentation der Daten erfolgt in Tabellen, Diagrammen oder Wordclouds. Die Visualisierung der Charts kann individuell angepasst und angeordnet werden. Mit Hilfe von Filtern und Suchen können die Erwähnungen nach Seitentyp, Standort, Zeitraum, Quelle, Autor (Metadaten) differenziert werden. Ebenso sind die Sentimentanalyse und Influencer-Statistiken integriert. Praktisch ist die Option, Daten aus verschiedenen Zeiträumen oder Daten von Wettbewerbern mit den eigenen zu vergleichen. So sieht man schnell, wie die eigenen Kanäle im Vergleich "performen".

Die Channels - Facebook und Twitter im Blick

Relativ neu bei Brandwatch sind die Facebook- und Twitter-Channels. Mit den Channels können öffentlich zugängliche Informationen aus Facebook- und Twitter-Accounts beobachtet und analysiert werden. Dafür muss man nicht zwingend Inhaber oder Administrator sein. Neben den eigenen Kanälen können damit auch Accounts von Mitbewerbern getrackt und verglichen werden. Brandwatch kommt mit diesem Feature dem Wunsch seiner Kunden nach, alle Owned- und Earned Media-Aktivitäten mit einem einzigen Tool zu tracken. Auch die Channels werden mit Hilfe von Dashboards verwaltet. Auch hier hat der Nutzer eine große Auswahl an Filtern, mit denen die Ergebnisse bis ins Detail verfeinert werden können.

Tools und Alerts

Zum weiteren Kategorisieren, Ordnen oder Filtern der Suchergebnisse bietet einem Brandwatch einige praktische Tools:

  • Lists: Hier können Sites, Locations und Authors zusammengefasst werden
  • Rules: Zur Einrichtung individueller Regeln (z.B. automatische Tags, Kategorien oder zur Anpassung der Sentimentanalyse)
  • Categories/Tags: Daten können beliebig kategorisiert und mit Tags versehen werden
  • Downloads: Zum Herunterladen der Daten (Excel oder CSV)
  • Alerts: Wird ein bestimmter Begriff erwähnt oder steigt die Zahl der Erwähnungen plötzlich stark an, kann man sich mit einem Alert per E-Mail benachrichtigen lassen.

An wen richtet sich Brandwatch?

Brandwatch richtet sich unserer Ansicht nach zum einen an Unternehmen, die große Datenmengen im Netz überblicken und analysieren müssen, zum anderen an Agenturen, die diese Aufgabe im Auftrag ihrer Kunden übernehmen. Unser Test hat gezeigt, dass Brandwatch seine Qualitäten insbesondere dann entwickelt, wenn man mit einer großen Zahl von Erwähnungen konfrontiert ist oder bei Facebook-/Twitter-Channels mit einer hohen Interaktionsrate. Für alle Anwender, deren Produkt, Marke oder Dienstleistung selten im Web Erwähnung findet, ist Brandwatch möglicherweise eine Nummer zu groß. Die Anwendungsszenarien sind - wie eingangs erwähnt - durchaus vielfältig: Firmen, Marken oder Organisationen können ihre gesamten Aktivitäten im Netz in Echtzeit zu überwachen und verfügen mit Brandwatch über ein Instrument, um auf möglichen Krisen (Shitstorms) im Netz zeitnah reagieren zu können. Darüber hinaus ist Brandwatch auch ein hervorragendes Tool in den Bereichen Marketing, Marktforschung und PR.

Fazit

Unser Test hat bestätigt, welches große Potential in Brandwatch steckt. Die Arbeit mit dem Tool hat Spaß gemacht und die Betreuung durch das Brandwatch-Team vor und während unseres Tests ließ keine Wünsche offen: Nach einem einstündigen Webinar zur Einführung in die Funktionalität des Tools bekamen wir ergänzendes Infomaterial zugesendet und konnten uns jederzeit telefonisch mit unseren Fragen an das Brandwatch-Team wenden.

Hier unsere Übersicht der Vor- und Nachteile von Brandwatch:

Vorteile:

  • übersichtliche Benutzeroberfläche
  • vielfältige Möglichkeiten der Datenerfassung, -anaylse und -präsentation
  • präzise Treffer
  • Integration über eine App in das Social Media Dashboard HootSuite
  • variable Preisgestaltung (richtet sich nach der Zahl der Erwähnungen/Monat)
  • guter Support

Nachteile:

  • Benutzeroberfläche nicht in deutscher Sprache verfügbar (Dokumente zu Hilfe & Support werden aber künftig auch auf deutsch angeboten)
  • Daten müssen manuell zusammengestellt und exportiert werden (Excel, CSV, JPG oder PNG)
  • Es können noch keine vordefinierten Auswertungen/Berichte im PDF-Format erstellt werden

Falls auch Sie Interesse an Brandwatch haben - hier finden Sie weitere Informationen und können ein Webinar bzw. einen Testaccount anfordern.

 

Screenshots: brandwatch.com